Einen Grossteil meines Lebens habe ich Wege gefunden, weiterzumachen. Mich anzupassen, zu kompensieren und zu funktionieren, in der Schule, in Beziehungen und schliesslich in einer anspruchsvollen Karriere in der Luxusgüterbranche und in leitenden Projektmanagement-Rollen. Ich war gut darin. Aber es hat mehr gekostet als es sollte.

Die Bewältigungsstrategien, auf die ich mich jahrelang verlassen hatte, begannen unter dem Gewicht der neuen Mutterschaft zu brechen. Ein Geburtstrauma und eine schwierige Erholung, körperlich wie psychisch, haben mich verletzlich gemacht. Für ein Neugeborenes zu sorgen und gleichzeitig dem immensen Druck dieser neuen Rolle gerecht zu werden, zwang mich dazu, mich endlich mit den Herausforderungen auseinanderzusetzen, die ich jahrelang maskiert hatte.

Meine Diagnose gab mir Sprache. Zum ersten Mal ergaben meine Schwierigkeiten einen Sinn, nicht als persönliches Versagen, sondern als Erfahrungen, die ich endlich benennen und verstehen konnte.

Ich war schon immer neugierig auf das Warum hinter menschlichem Verhalten, warum manche Menschen unsichtbares Gewicht durch Situationen tragen, die andere mühelos meistern. Diese Neugier führte mich in die Forschung, in die Zusammenarbeit mit Psychologinnen und schliesslich in die Ausbildung zur zertifizierten Neurodiversitäts-Coachin und Mentorin nach ICF-Richtlinien.

Mein beruflicher Hintergrund gab mir aus erster Hand Einblick in das, was professionelles Maskieren kostet, besonders für Frauen, die in leistungsorientierten Umgebungen arbeiten und gleichzeitig alles andere managen.

Reisen hat geprägt, wie ich Unterschiede sehe. Neue Kulturen und Perspektiven kennenzulernen hat mir früh gelehrt, dass es selten einen einzigen richtigen Weg gibt und dass das, was wie Anderssein aussieht, genau so seinen Platz hat.

Heute arbeite ich mit neurodivergenten Frauen, Müttern und Berufstätigen, die versuchen, sich selbst zu verstehen und Wege zu finden, zu leben und zu arbeiten, die sich nachhaltiger anfühlen. Ich arbeite auch mit Organisationen, die Umgebungen schaffen möchten, in denen unterschiedliche Denkweisen wirklich gaufblühen können. Durch mein Engagement beim Neurodiversity Support Network Switzerland trage ich auch auf systemischer Ebene zu dieser Arbeit bei, denn nachhaltiger Wandel geschieht auch jenseits individueller Coaching-Beziehungen.

Ich arbeite in vier Sprachen, Schweizerdeutsch, Deutsch, Englisch und Französisch, weil das die Realität der Welt ist, in der ich lebe und arbeite.

Wenn du dich gesehen fühlst, freue ich mich von dir zu hören.